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Kurz berichtet

Versicherungs-Lasten machen Freelancer krank

Ohne Freelancer geht nichts im Publishing. Ob es Kreative wie Grafiker sind oder Korrektoren, Lektoren oder Berater – aus guten Gründen lagern die meisten Verlage Routinearbeiten oder Sonderprojekte an Freiberufler aus. Dies ist dem Gesetzgeber offenbar ein Dorn im Auge. Pech für die kleinen Selbstständigen: sie haben keine Lobby und sind der Willkür realitätsfremder und in Konflikt stehender Bestimmungen ausgeliefert.

 

Dass Selbstständige in ihrer Pflicht-Krankenversicherung ihre eigenen Arbeitgeber-Anteile und damit fast das Doppelte der Arbeitnehmer zahlen müssen, ist schmerzlich, aber logisch. Dass die Referenzwerte, die die Höhe dieser Beiträge bestimmen, vielfach realitätsfremd sind und manche Selbstständigen zwingen, 40 Prozent und mehr ihrer Einkünfte den Krankenkassen zu geben, hat in vielen normal dimensionierten Köpfen keinen Platz mehr.

Darauf weist der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (VGSD) in einer Kampagne hin, die sich an das Bundesgesundheitsministerium wendet. Unterstützt von einer Anzahl von Verbänden und Parteien – unter ihnen die SPD, die Grünen, die Linke und die FDP –, möchte er mit einer Petition durchsetzen, dass das Ministerium sich mit dem Problem befasst.

Und es ist ein Problem, nicht nur für die Betroffenen, denn es drängt sie aus dem Markt. Daran kann auch ihren Auftraggebern, den Verlagen, nicht gelegen sein. Ähnlich wie beim Thema Scheinselbstständigkeit versucht die Politik, einen Berufsstand daran zu hindern, sich und seine Beziehungen zu seinen Kunden ungestört zu entwickeln. Diese Beziehungen brauchen die Verlage genau so wie die Freelancer.

(ML)

 

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Bild: Pixabay

11. September 2017