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Urheberrecht

Die Publikation »dritterstellter« Inhalte im Internet

Das World Wide Web ermöglicht es Privatpersonen und Vertretern von Berichterstattung, Industrie und Wirtschaft in direkten Austausch miteinander zu treten. Inhalte, Visionen wie Erzeugnisse lassen sich auf diesem Wege interaktiv kommunizieren. Hierbei spielen insbesondere die sozialen Netzwerke – etwa Facebook und Twitter – eine erhebliche Rolle. Der private User begrüßt vielfach den unternehmerischen Auftritt im Social Media: Liken, Teilen und Sharing des Contents steht an der Tagesordnung. Aber worauf müssen Publisher achten?

 

Zwischen digitalen und „analogen“ Urheberrechtsverletzungen wird keinerlei Unterschied gemacht – die Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) gelten stets; entsprechende Verstöße werden in der Regel mit schwerwiegenden Strafen geahndet. Gerade die immaterielle Datenautobahn als undurchsichtiges, verworrenes Phänomen mit ihren schier unendlich wirkenden Möglichkeiten wirft aber für den juristischen Laien oftmals Unklarheiten bezüglich der urheberrechtlichen Rechtslage auf.

Dabei ist es vor allem die Streuung von Bildern und Fotos via Social-Media-Kanälen, welche Verlegern und Betriebsleitern Bauchschmerzen bereiten kann. Derjenige, der fremderstellte Werke hochladen möchte, bedarf zwingend der entsprechenden Einwilligung durch den Urheber. Das UrhG behütet Schöpfer wie Werk, indem es eine drei Kategorien von Rechten fixiert:

  • Die Urheberpersönlichkeitsrechte,
  • die Verwertungsrechte und
  • die Nutzungsrechte.

Erstgenannte umfassen das Veröffentlichungsrecht des Erzeugers, dessen Anrecht auf Anerkennung der Urheberschaft sowie das Verbot der Entstellung seiner Schöpfung.

Geht es um Urheberrecht im Netz, sind vor allem die Verwertungsrechte und das der damit verbundene Begriff des „öffentlichen Zugänglichmachens“ von herausragender Relevanz: Jedweder Upload in sozialen Netzwerken stellt eine solches öffentliches Publikmachen dar. Fehlt dabei eine explizite Genehmigung des Urhebers, so liegt eine Urheberrechtsverletzung vor.

 

Bildmaterial

 

Auch für dritterstellte Bilder ist demnach eine entsprechende Erlaubnis einzuholen. Im digitalen Verlagswesen werden gern von Bild- bzw. Fotoagenturen – etwa Fotolia - erstandene Bilder verwendet.

In diesem Rahmen ist allerdings höchste Vorsicht geboten. Im Zuge des entsprechenden Kaufs wird simultan den jeweiligen, für die Nutzungsrechte ausschlaggebenden, allgemeinen Geschäftsbedingungen zugestimmt. Handelt es sich um Bilder mit einer sogenannten Standard-Lizenz, so ist die Einbindung der Abbildungen auf Webseiten und Blogs in der Regel zulässig. Eine Verbreitung via Social-Media-Plattformen bleibt jedoch grundsätzlich ausgeschlossen.

Weiterhin ist stets der konkrete Verwendungszweck, welchem durchaus eine lizenzbedingte Beschränkung anhaften kann, besonderes Augenmerk zu schenken: Die Verwendung im Rahmen der Generierung von Logos und Markenzeichen sowie bei politischen Kampagnen ist nicht selten untersagt. Derjenige, der sich mittels „lizenzfreien“ Bildmaterials hiervon befreien möchte, unterliegt einem Irrglauben. Derartige Werke bedürfen ebenso eines Lizenzkaufs, können aber prinzipiell  in nahezu unbeschränkten Maß für diverse Zwecke gebraucht werden.

Geht es indes um Personenfotografien, so ist eine Publikation dieser nur zulässig, sofern, neben der Genehmigung durch den Urheber,  eine Einwilligung sämtlicher, dort abgebildeten Personen vorliegt. Letztlich schafft, entgegen der weit verbreiteten Meinung, die Bildbearbeitung kein neues Werk; die Normen des UrhG können somit nicht vereitelt werden.

Auch für die Nachbearbeitung bedarf es einer Autorisierung durch den Schöpfer.

 

Vom Posten und Sharing

 

Während es beim Posten zur Erstellung eines eigenen Beitrages kommt, werden beim Sharing fremde Inhalte geteilt. Letztgenanntes bedarf also faktisch gesehen einer Einwilligung durch den Urheber. Grundsätzlich wird diese aber unterstellt, sobald eine Webseite die Share-Funktion bereitstellt.

Beim Posten sollte keinesfalls auf fremde Texte, Bilder oder Videos zurückgegriffen werden, sofern der Schöpfer dies nicht abgesegnet hat.

Eine Ausnahme besteht dann, wenn die entsprechende urheberrechtliche Verjährungsfrist bereits verstrichen ist. Regelmäßig teilen Nutzer unternehmerischen Content, was allerdings von den allermeisten Firmen als Form der kostenfreien Werbung begrüßt und nicht urheberrechtlich verfolgt wird.

 

Jenna Eatough studierte an der Universität Regensburg zunächst Rechtswissenschaften mit Abschluss der juristischen Zwischenprüfung und dann Medienwissenschaften (BA). Heute lebt sie in Berlin und ist unter anderem als freie Journalistin für verschiedene Verbände tätig. Das vom Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. betriebene, kostenfreie Ratgeberportal www.urheberrecht.de bietet  umfangreiche Informationen (PDF) zum Thema Urheberrecht bei Social Media sowie viele weitere Informationen, Ratgeber und E-Books rund um das Thema Urheberrecht.

06. Oktober 2017