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Urheberrecht

Welcher Urheberschutz gilt für Fotografien?

Von Jenna Eatough/Laura Gosemann

Fotos sind durch die Verbreitung der digitalen Fotografie und der Handys mit integrierter Kamera mittlerweile fester Bestandteil des medialen Alltags. Millionen Bilder entstehen jeden Tag und werden durch das Internet verbreitet. Allerdings müssen Publisher dabei das Urheberrecht für diese Fotos beachten.

 

 

Urheberrecht bei Fotos – kurz und kompakt

 

Durch das Urheberrecht werden Fotos und die entsprechenden Fotografen geschützt. Damit erhält der Urheber das Recht, für die Verwertung seines Bildes eine angemessene Entlohnung zu verlangen und gegen eine widerrechtliche Nutzung juristisch vorzugehen.

 

Werke der Fotografie im Urheberrecht

 

Laut dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) fallen Fotos – in § 2 UrhG als Lichtbildwerke bezeichnet – unter den Schutz des Urheberrechts. Diese Werke zeichnen sich durch ihre persönlich geistige Schöpfung aus und erreichen aufgrund von Kreativität sowie Individualität eine gewisse Gestaltungshöhe.

Gestalterische Merkmale, die Lichtbildwerke auszeichnen, sind unter anderem:

  • Motivwahl
  • Bildausschnitt und Perspektive
  • Licht und Schatten
  • Schärfe und Kontrast
  • Einsatz von Filtern oder anderer Technik
  • Retusche, Montage oder Collage
  • Stimmung und Emotionen

Bei einem Lichtbildwerk steht somit die Gestaltung des Fotos im Zentrum und nicht die einfache Dokumentation eines Ereignisses oder einer Situation.

Der Schutz durch das Urheberrecht besteht für Lichtbildwerke auch noch 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers und geht dann auf dessen Erben über. Innerhalb dieses Zeitraumes entscheidet der Rechteinhaber, in welcher Art und Weise sein Werk genutzt wird.

 

Urheberrecht bei Fotos: Auch Schnappschüsse sind geschützt

 

Aber auch ohne einen kreativen und individuellen Einfluss sind Fotos urheberrechtlich geschützt. Das UrhG bezeichnet solche Fotos, die zum Beispiel Urlaubseindrücke oder Familienfeiern zeigen, als Lichtbilder.

Bei einem Lichtbild handelt es sich um eine unveränderte und naturgetreue Wiedergabe. Dabei kann es sich zum Beispiel auch um Beiträge der Bildberichterstattung handeln, die Geschehnisse unter anderem für Zeitungen dokumentieren. Ebenso fallen Produktfotografien, die in der Werbung oder auch bei Angeboten in Online-Auktionshäusern zum Einsatz kommen, unter die Lichtbilder.

Die Schutzdauer bei Lichtbildern ist im Vergleich zu den Lichtbildwerken auf einen kürzeren Zeitraum festgelegt. Die Gültigkeitsdauer für das Urheberrecht bei Fotos ist in diesen Fällen auf 50 Jahre beschränkt. Die Frist beginnt dabei entweder nach der Veröffentlichung oder falls diese nicht erfolgte, der Herstellung des Lichtbildes.

 

Welche Rechte haben Urheber bei Fotografien?

Das Urheberrecht bei Fotos entsteht in der Regel durch die Entstehung des Fotos, also im Moment, in dem der Fotograf auf den Auslöser der Kamera drückt. Er ist somit auch der Urheber, dabei ist es unerheblich, ob er im Auftrag einer Person oder eigenverantwortlich handelt.

Dem Schöpfer werden durch das Urheberrecht für seine Fotografie diverse Rechte eingeräumt. Dazu zählen unter anderem die Urheberpersönlichkeits- und die Verwertungsrechte.

Sowohl die Urheberpersönlichkeits- als auch die Verwertungsrechte kann der Urheber zu seinen Lebzeiten nicht auf andere Personen übertragen. Sie bleiben für die gesamte Dauer des Urheberrechts bestehen.

Durch die Urheberpersönlichkeitsrechte wird die Beziehung zwischen dem Schöpfer und seinem Werk definiert. Die Veröffentlichungsrechte bei Fotos ermöglichen es dem Urheber, darüber zu entscheiden, ob und wann seine Werke der Öffentlichkeit zugänglich macht. Zudem kann er auf die Anerkennung der Urheberschaft bestehen.

Das UrhG räumt dem Urheber zudem die Verwertungsrechte ein. Dadurch kann dieser als Einziger die Entscheidung treffen, ob ein Werk in körperlicher oder unkörperlicher Form genutzt wird. Mögliche Formen der Verwertung sind unter anderem die Vervielfältigung, Verbreitung, Aufführung und öffentliche Zugänglichmachung.

Mit der Verwertung seines Werkes kann der Urheber eine finanzielle Vergütung für seine kreative und schöpferische Arbeit erhalten. Kann oder möchte er seine Werke nicht in vollem Umfang verwerten, kann er Dritten die Nutzung erlauben.

Dafur wird ein Vertrag über die Nutzungsrechte bei Fotos aufgesetzt. In diesem werden die Nutzungsarten, der Umfang sowie die Beschränkung der Nutzung und die finanzielle Vergütung definiert.

 

Wann liegt bei einem Foto eine Urheberrechtsverletzung vor?

 

Werden Bilder ohne die Erlaubnis des Urhebers – zum Beispiel in Form eines Lizenzvertrages über die Einräumung von Nutzungsrechten – verwendet, handelt es sich dabei um einen Verstoß gegen das Urheberrecht.

Aber auch wenn auf die Nennung des Urhebers verzichtet wird, liegt eine Urheberrechtsverletzung beim Foto vor. Zu einem häufigen Verstößen gegen das Urheberrecht bei Fotos im Internet gehört auch der sogenannte Fotoklau.

Dabei werden durch das Urheberrecht geschützte Fotos von bestehenden Webseiten kopiert und fälschlicherweise als eigene ausgegeben. Besonders verbreitet ist dies bei Produktbildern für Webshops und Online-Auktionen.

 

Wie können Urheber gegen einen Verstoß gegen das Urheberrecht bei Fotos vorgehen?

 

Um gegen eine Urheberrechtsverletzung vorzugehen, stehen dem Urheber verschiedene Optionen zur Verfügung. In der Regel bedienen sich die Geschädigten dabei der Abmahnung, einer zivilrechtlichen Möglichkeit zur Prozessvermeidung.

Im Zuge der Abmahnung kann der Geschädigte verschiedene Ansprüche gelten machen, mit denen die Verstöße gegen das Urheberrecht bei Fotos verhindert und entschädigt werden sollen. Folgende Ansprüche sieht das UrhG unter anderem vor:

  1. Anspruch auf Unterlassung
  2. Anspruch auf Schadensersatz
  3. Anspruch auf Vernichtung, Rückruf und Überlassung

Der Anspruch auf Unterlassung erfolgt meist in Form einer Unterlassungserklärung. Mit diesem lebenslang gültigen Vertrag soll ein erneuter Verstoß gegen das Urheberrecht unterbunden werden. Kommt es allerdings dennoch zu einer weiteren Urheberrechtsverletzung, ist eine Vertragsstrafe zu zahlen.

Mit dem Schadensersatz soll entweder ein entstandener Schaden oder ein möglicher Verlust ausgeglichen werden. Dabei wird die Höhe der Schadenssumme in jedem Fall individuell ermittelt. Zu diesem Zweck werden meist die Einnahmen durch vergleichbare Lizenzverträge herangezogen.

 

Was müssen Publisher bei Bilddatenbanken beachten?

 

Insbesondere bei Bildern im Netz ist es nicht immer leicht, den Vorgaben des Urheberrechts vollständig zu entsprechen. So sorgte beispielsweise vor ein paar Jahren ein umstrittenes Pixelio-Urteil für Aufsehen.

Im August 2014 hatte ein Webseitenbetreiber über das Stockfoto-Portal Pixelio eine Fotolizenz erworben und entsprechend der Nutzungsbedingungen mit einem Hinweis auf den Urheber versehen. Dennoch stellte der Fotograf eine einstweilige Verfügung, da sich die Bilder auf einer Website per Rechtsklick auch direkt im Browser und somit von der entsprechenden Seite losgelöst öffnen ließen, wodurch der Copyright-Vermerk nicht mehr sichtbar war. Aufgrund dessen verlangte das Landgericht Köln auch direkt im Bild einen Hinweis auf den Urheber, und der beklagte Webseitenbetreiber wurde zur Zahlung der gesamten Kosten des Rechtsstreits von 6.000 Euro verpflichtet.

Das Kölner Oberlandesgericht schaltete sich anschließend ein, um die Entscheidung zu widerrufen. Dass sich Bilder auch außerhalb des Kontexts einer Website direkt über die Bild-URL aufrufen lassen, sei eine technische Begleiterscheinung des Internets und keine urheberrechtlich relevante Zweitnutzung. Zudem ergibt sich aus den Pixelio-Nutzungsbedingungen nicht, dass eine manuelle Bearbeitung vor der Nutzung durchgeführt werden muss. Doch was genau besagt das Urheberrecht bei der Verwendung von Fotos, die in Bilddatenbanken bereitgestellt werden?

Das Urheberrecht

Bilder von Plattformen, wie Fotolia, Pixelio, Aboutpixel oder Project Photos, stellen nach § 2 Abs. 1 Urhebergesetz (UrhG) sogenannte Lichtbildwerke und somit grundsätzlich geschützte Werke dar. Urheber ist dabei stets der jeweilige Fotograf oder Grafiker, der bei Missachtung seiner Rechte eine Abmahnung geltend machen kann, die sich häufig auf Kosten von 1.000 Euro belaufen.

Beim Erwerb einer Lizenz auf einer Bilddatenbank sollten stets die Vorgaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) studiert werden. Neben der Vergütung des Urhebers ist darin meist auch die verpflichtende Nennung des Fotografen aufgeführt. Doch auch wenn dies nicht explizit der Fall ist, gelten die generellen Vorgaben aus dem Urheberrecht. So besagt § 13 UrhG:

„Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.“ Das Recht auf Nennung des Urhebers ist daher unverzichtbar.

Des Weiteren ist diesbezüglich zu beachten, dass der Copyright-Vermerk meist in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Foto stehen muss, zum Beispiel direkt unter dem Bild. Die jeweiligen Lizenzbestimmungen sollten in jedem Fall genau gelesen werden, da auch der Einsatz des Werkes für einen bestimmten Zweck eingeschränkt werden kann.

Was geben die einzelnen Datenbanken vor?

Mitunter finden sich sehr schwammige Formulierungen, wie zum Beispiel in den FAQs von Fotolia:

„Bei Verwendung von Bildern auf Websites oder in Präsentationen sind Quellenangabe und Urhebernennung keine grundsätzliche Pflicht, sie werden jedoch begrüßt.“

Demnach ist die Angabe der Bildquelle zwar nicht verpflichtend, aufgrund der unpräzisen Formulierung ist es jedoch ratsam, in jedem Fall einen Copyright-Vermerk durchzuführen.

Bei Pixelio wird sogar die Angabe gemacht, dass ein Bildquellennachweis im Impressum nicht ausreicht. Er „muss sichtbar beim Bild (zum Beispiel darunter) oder am Seitenende angebracht werden“. Ein ausschließlicher Hinweis im ALT- oder title-Tag des Bildes ist ebenfalls unzulässig.

Die Bilddatenbank Aboutpixel räumt dem Nutzer beim Kauf einer erweiterten Lizenz eine „Nutzung ohne Quellennennung“ ein. Ansonsten muss neben der Urheberangabe ein Link zum entsprechenden Werk gesetzt werden. Dies ist zum Beispiel bei Project Photos nicht nötig. Der Urheber soll zwar genannt werden, der genaue Wortlaut dieser Nennung sowie ob sie direkt am Bild oder im Impressum erfolgt, wird jedoch nicht vorgeschrieben.

Vorsicht bei lizenzfreien Bildern!

Es existieren weiterhin Bilddatenbanken, die ihre Inhalte „lizenzfrei“ oder auch „Royalty free“ zur Verfügung stellen. Auch wenn hierbei kein Lizenzvertrag abgeschlossen wird, bedeutet dies nicht, dass der Urheberrechtsschutz entfällt. Grundsätzlich kann das Urheberrecht nicht abgetreten werden, daher verpflichten die Agenturen meist die Nutzer zu einem Hinweis mit entsprechendem Link auf den Fotografen oder Grafiker. Die AGB sollten auch hier vorab genau gelesen werden, ansonsten kann eine Abmahnung drohen.

 

Zusammenfassung – FAQ zum Urheberrecht bei Fotos

 

Frage 1: Gilt auch für Fotos vom Fotografen das Urheberrecht?

Ein professioneller Fotograf erschafft durch seinen Beruf eine Vielzahl von Fotos und ist somit Urheber von diesen. Abhängig vom Motiv und der angewendeten Technik, kann es sich dabei sowohl um Lichtbildwerke als auch um Lichtbilder handeln. Aus diesem Grund stehen auch Fotografien von einem professionellen Fotografen unter dem Schutz des Urheberrechts.

Frage 2: Wann sind Fotos urheberrechtsfrei?

Wenn das Urheberrecht bei Fotos verjährt, gelten diese als gemeinfrei. Bei Lichtbildwerken ist dies 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers der Fall, bei Lichtbildern 50 Jahre nach der Veröffentlichung bzw. nach der Entstehung.

Frage 3: Muss bei jedem Foto ein Copyright angegeben werden?

In Deutschland ist eine Copyright-Angabe nicht notwendig, da der Schutz bereits mit der Fertigstellung des Werkes entsteht. Trotzdem ist vor allem im Internet das Copyright bei einem Foto verbreitet. Der Urheber weist damit explizit auf das bestehende Urheberrecht hin. 

 

Das vom Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. betriebene, kostenfreie Ratgeberportal www.urheberrecht.de bietet umfangreiche Informationen (PDF) zum Thema Urheberrecht bei Social Media sowie viele weitere Informationen, Ratgeber und E-Books rund um das Thema Urheberrecht.

 

Fotos: Opens external link in new windowUnsplash.

14. Dezember 2017