Social Influencer

Dennis Sand (33) ist „Welt“-Redakteur und Autor im Themenfeld Popkultur und Zeitgeist. Er hat mehrere Bücher als Ghostwriter veröffentlicht und offiziell als Co-Autor die Bestseller „Yellow Bar Mitzvah“ (2018, über den Rapper Sun Diego) und die Youtuber-Biografie „MontanaBlack“ (2019). Foto: Sand beim buchreport-Gespräch in Berlin. (Foto: buchreport/TW)

»Es reicht nicht, auf die Klicks zu schauen«

Dennis Sand nennt sich Autor für Popkultur und Zeitgeist. Er bringt die Lebensgeschichten von Youtubern und Rappern in Bestsellerform. Aber verstehen Buchverlage wirklich das Potenzial der Social-Media-Phänomene?

Chronist des Zeitgeists: Dennis Sand (33) ist „Welt“-Redakteur und Autor im Themenfeld Popkultur und Zeitgeist. Er hat mehrere Bücher als Ghostwriter veröffentlicht und offiziell als Co-Autor die Bestseller „Yellow Bar Mitzvah“ (2018, über den Rapper Sun Diego) und die Youtuber-Biografie „MontanaBlack“ (2019). Foto: Sand beim buchreport-Gespräch in Berlin. (Foto: buchreport/TW)

Anfang April, genau ein Jahr, nachdem mit Patrick Mayeralias Palutenerstmals ein Youtuber Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste Belletristik erobert hatte, stand in diesem Frühjahr mit Marcel Eris alias Montana­Blackeine weitere Youtube-Größe ganz oben, diesmal auf der Sachbuch-Liste.Mit einer Autobiografie: Montana­Black liefert seine Lebensgeschichte „vom Junkie zum Youtuber“(Untertitel) mit einigem Drama, gelegentlich eliptischem Satzbau und Dialogen im Prollsound. Beiden Bestseller-Youtubern standen pro­fessionelle Schreiber zur Seite, bei Monta­na­Black ist Dennis Sandals Co-Autor auf dem Cover genannt. Der hat nicht nur die langen Gespräche mit dem Youtuber mit dramaturgischen Spannungsbögen gegliedert und im authentischen Duktus aufbereitet, sondern hat als Journalist für Popkultur- und Zeitgeistthemen auch Einblicke in die Szene und ihre Ausprägungen. Er sieht die Bestsellertauglichkeit der Social-Media-Prominenz differenziert und schüttelt häufiger den Kopf, wenn ihm Verlage Projekte andienen. Im folgenden buchreport-Interview erklärt Dennis Sand Social-Media-Phänomene und Battle-Rap-Kultur und warum hohe Klick- und Follower-Zahlen keine hinreichenden Indikatoren fürs Bestsellerpotenzial von Büchern sind. Sie firmieren als „Autor für Popkultur und Zeitgeist“. Wie erklären Sie das Phänomen Influencer? Es ist der verstärkte Reiz von Einblicken ins Private. Bereits seit Langem gibt es das Interesse am Privatleben von Prominenten, etwa in Form von Paparazzi-Fotos. Von solchen Momentaufnahmen führte der Weg vor 20 Jahren in den 24-­Stunden-­Voyeurismus des Big-Brother-Fernsehformats. Ganz offenkundig hat der Mensch das Bedürfnis, sehr nah an Stars dran zu sein. Die jüngste Entwicklung ist die Öffnung, dass nicht nur klassische Entertainment-Stars für solche Einblicke interessant sind, sondern auch ganz gewöhnliche Leute, die diese Nähe zulassen. Das hat mit Youtube begonnen, als Menschen ihre Webcam eingeschaltet und aus ihrem Leben erzählt haben und das so regelmäßig, dass Zuschauer zu ihnen eine Verbindung aufgebaut haben. Sie interessieren sich dafür, wie die Alltagsgeschichte weitergeht. Das ist wie eine Daily Soap, nur mit realen Menschen. MontanaBlack hat anfangs doch nur Games kommentiert ... Aber sein Erfolg hängt nicht bloß daran, dass er ein guter Spieler ist.

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